BASALE HIRNLEISTUNGEN FÜR LESEN, RECHTSCHREIBUNG UND RECHNEN
UNTERSUCHUNG UND TRAINING

I. Einführung

Erst seit ca. zweihundert Jahren lernt in unserem Kulturkreis die Mehrheit der Menschen Lesen, Schreiben und Rechnen. Dabei hat es sich gezeigt, dass manche Menschen erhebliche Schwierigkeiten im Erlernen einer oder mehrerer dieser Kulturtechniken haben, welche nicht durch Defizite der allgemeinen intellektuellen Entwicklung erklärt werden konnten. Die Untersuchung dieser Schwierigkeiten führte zu der Erkenntnis, dass für den Erwerb der Fähigkeiten des Lesens, der Rechtschreibung und des Rechnens u.a. basale Hirnleistungen erforderlich sind, die sich unter normalen Entwicklungsbedingungen mit einer jeweils eigenen Entwicklungsdynamik ausbilden und einen auf das Lebensalter bezogenen charakteristischen Verlauf - häufig mit Abnahme der Leistungsfähigkeit bereits jenseits des 20. oder 30. Lebensjahres - haben. Bei Kindern mit Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) oder Rechenschwäche (RS) sind häufig eine oder mehrere dieser basalen Hirnleistungen nicht altersgemäß entwickelt. Wenn aber ohne angemessen entwickelte Basisleistungen nur die Komplexleistungen Lesen, Schreiben oder Rechnen geübt werden, ist in vielen Fällen keine Verbesserung zu erwarten, sondern sogar eine Verschlechterung: Die Kinder entwickeln ungünstige Ersatzstrategien oder versuchen mit Vertuschen und Schummeln ihre Schwierigkeiten nicht deutlich werden zu lassen. Häufig sind sie anhaltender Kritik seitens der Schule und der Eltern ausgesetzt und entwickeln unter dem Mangel an Erfolgserlebnissen und Anerkennung zusätzlich eine emotionale Störung.

Bei deutlichen Schwierigkeiten im Erlernen von Lesen, Rechtschreibung oder Rechnen sollten deshalb neben den üblichen testpsychologischen Untersuchungen immer auch die relevanten basalen Hirnleistungen bezüglich ihrer Abweichung vom altersgemäßen Entwicklungsstand untersucht werden.

Inzwischen wurden spezifische Trainingsmethoden entwickelt, welche nicht das Lesen, die Rechtschreibung und das Rechnen direkt fördern, wohl aber die ihnen zugrunde liegenden basalen Hirnleistungen.

Nach erforderlichem Training, das in der Regel nur wenige Wochen dauert und bleibende Verbesserungen der basalen Hirnleistungen ermöglicht, ist das Üben der komplexen Hirnleistungen des Lesens, der Rechtschreibung und des Rechnens deutlich erfolgreicher als vor dem Training und ermöglicht dem Kind Anerkennung und Bestätigung.

II. Diagnostik basaler Hirnleistungen

III. Training basaler Hirnleistungen

Wenn bei der Untersuchung entscheidende Auffälligkeiten gefunden wurden, empfehlen wir ein individuell festzulegendes Training der auffälligen Leistungsbereiche. Hierfür gibt es programmierbare kompakte Trainingscomputer im Format überdimensionierter Taschenrechner, die für die Trainingszeit ausgeliehen werden. Es sollen täglich, auch am Wochenende, eine genau definierte Anzahl an Trainingsdurchläufen absolviert werden, der tägliche Zeitaufwand liegt bei ca. 10 bis 15 Minuten. Das Trainingsprogramm passt den Schwierigkeitsgrad automatisch an den individuellen Lernfortschritt des Trainierenden an, sodass immer im überwiegenden Erfolgsbereich trainiert wird.

Das Trainingsgerät speichert alle Trainingsdaten einschließlich Datum und Tageszeit automatisch ab, sodass Ablauf und Ergebnis eines Trainings bei der Analyse eine genaue Beurteilung ermöglichen, ob das Training abgeschlossen werden kann oder ob durch ein Nachtraining, evtl. unter optimierter Durchführung, eine entscheidende weitere Verbesserung zu erwarten ist.

Ein erfolgreich durchgeführtes Training der auffälligen basalen Hirnleistungen führt nicht direkt zu besseren Leistungen beim Lesen, der Rechtschreibung oder dem Rechnen.

Ein Schüler ist aber danach besser in der Lage, durch direkte Übungen in den betroffenen Bereichen, evtl. unterstützt durch lernpsychologisches Training, erfolgreich zu lernen und einen bleibenden und ermutigenden Kompetenzzuwachs als Lohn seiner Mühe zu erleben.