Fragen und Antworten zum Alzheimer-Prophylaxe-Programm

1.Wie stellt man heute die Diagnose einer Demenz vom Alzheimer Typ (DAT) ?

Für die Diagnose einer Demenz wird eine psychiatrische Untersuchung einschließlich testpsychologischer Verfahren durchgeführt, welche typische Hirnleistungsstörungen erfassen.
Zusätzlich gibt es bildgebende Verfahren, welche eine mit dem Krankheitsprozess zunehmende Hirnschrumpfung zeigen können.

2. Was ist die Ursache für die Alzheimer-typischen Hirnleistungsstörungen ?

Durch Störungen im Hirnstoffwechsel kommt es zu Ablagerungen von Stoffen, die zu einem fortschreitenden Untergang von Hirnzellen führen.

3. Wie und mit welchen Erfogschancen behandelt man heute eine DAT?

Aufgrund des unwiederbringlichen Untergangs von funktionstragendem Hirngewebe ist im Stadium der Nachweisbarkeit einer Demenz keine ursächliche Behandlung mehr möglich.

4. Kann man beim gegenwärtigen Wissensstand einer DAT wirksam vorbeugen?

Entgegen einem weit verbreiteten Pessimismus: Grundsätzlich ja !

5. Welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein?

Es muss ein individuelles Risikoprofil anhand der heute bekannten messtechnisch erfassbaren Risikofaktoren erstellt werden.
Unter Einbeziehung dieser Information lässt sich die lange Zeitspanne zwischen dem Beginn eines feingeweblichen Hirnzerstörungsprozesses und dem Auftreten von Frühzeichen gestörter Hirnleistung für eine tatsächliche Behandlung von Krankheitsursachen nutzen.

6. Was wird allgemein unter unter dem Begriff "Frühdiagnose der DAT" verstanden?

Eine bislang übliche Frühdiagnose stützt sich auf die beginnenden Hirnleistungsstörungen einer DAT und ist tatsächlich eine Spätdiagnose des zugrunde liegenden Zerstörungsprozesses.

7. Worin besteht der entscheidende Unterschied zwischen dieser üblichen Frühdiagnostik und der Multidimensionalen DAT-Frühdiagnostik des BCB ?

Das neuartige Prinzip unserer Multidimensionalen DAT-Frühdiagnostik ist der Nachweis eines Verschlechterungstrends aussagekräftiger Messwerte von Untersuchung zu Untersuchung, wodurch ein fortschreitender Hirnfunktionsabbau festgestellt werden kann, auch wenn die Hirnleistung noch unbeeinträchtigt erscheint.

8. Auf welche Untersuchungsverfahren stützt sich die Multidimensionale DAT-Frühdiagnostik?

Prinzip ist die Diagnosestellung aus der Längsschnittuntersuchung.Als wichtigstes Instrument setzten wir hierbei das Verfahren Ipsative Trend Assessment (ITA) ein , mit dem Veränderungen der "Hirnelektrischen Organisation" gemessen werden.
Als biochemischer Verlaufsindikator wird das Cerebrosterol gemessen. Zusätzlich bestimmen wir Veränderungen im Fett- und Kohlehydrat-Stoffwechsel sowie beim Blutdruck.

9. Wie gestaltet sich der Ablauf der Multidimensionalen DAT-Frühdiagnostik ?

Voraussetzung für alle weiteren Maßnahmen ist eine Erstuntersuchung durch einen gerontopsychiatrisch erfahrenen Arzt im BCB. Auf Grund der erhobenen Befunde wird ein individuelles Risikoprofil erstellt, das der untersuchten Person schriftlich mitgeteilt wird. Danach beginnen die Längsschnitt-untersuchungen im Abstand von jeweils 17 Wochen.

10. Aufgrund welcher Untersuchungsergebnisse lässt sich ein Alzheimer-Prozess (Alzheimer-Enzephalopathie) vermuten, selbst wenn Hirnleistungsstörungen noch nicht nachweisbar sind?

Ein (noch symptomfreier) Alzheimer-Prozess kann angenommen werden, wenn unser Verfahren ITA bei mindestens 4 Messungen im 17-Wochen-Intervall (Längsschnittuntersuchung) einen fortschreitenden hirnphysiologischen Funktionsabbau zeigt.

11. Welche therapeutischen Möglichkeiten stehen bei dringendem Verdacht auf einen Alzheimer-Prozess in seiner unauffälligen Frühphase zur Verfügung ?

Aufgrund zahlreicher neuerer Befunde kann man heute davon ausgehen, dass die frühzeitige Verabreichung Cholesterin-senkender Medikamente vom Statin-Typ der Bildung und Ablagerung von Alzheimer-typischen zerstörerischen Eiweißen im Gehirn entgegenwirkt und damit auch der Demenz als resultierende Spätfolge.
Darüber hinaus wird das Demenz-Risiko durch eine gezielte und kontrollierte therapeutische Beeinflussung festgestellter Risikofaktoren wir Bluthochdruck und Diabetes mellitus reduziert. Dieses Konzept enspricht einer individuell ausgerichteten mehrdimensionalen Behandlung.

12. Worin besteht das Therapieziel nach Diagnose eines Alzheimer-Prozesses in der unauffälligen Frühphase ?

Durch den rechtzeitigen Einsatz einer individuell ausgerichteten mehrdimensionalen Behandlung soll der Prozess der Hirnzerstörung frühzeitig, das heißt weit vor dem Auftreten von Hirnleistungsstörungen, zum Stillstand gebracht werden.

13. Wie lässt sich die Wirkung einer solchen individuell ausgerichteten mehrdimensionalen Behandlung überprüfen ?

Mit dem Verfahren ITA kann man nicht nur einen Trend zur Hirnfunktionsverschlechterung feststellen sondern auch den therapeutisch angestrebten Stillstand dieser Entwicklung.

14. In welchem Lebensalter ist die Multidimensionale DAT-Frühdiagnostik sinnvoll ?

Bei Personen ohne überdurchschnittliches Risiko (individuelles Risikoprofil) ist die multidimensionale Frühdiagnostik zwischen dem 50. und 60., maximal bis zum 65. Lebensjahr sinnvoll.

15. Welche Möglichkeiten bietet das BCB Personen, die bereits bei der Erstuntersuchung Hinweise auf eine klinisch manifeste Alzheimer-Demenz haben?

Auf Wunsch vermittelt das BCB eine fachärztliche gerontopsychiatrische Beratung und gegebenenfalls auch Behandlung nach dem neuesten Wissensstand.

16. Welche Kosten entstehen für die multidimensionale DAT- Frühdiagnostik?

Wegen der individuellen Prophylaxeplanung kann diese Frage nur im Rahmen einer kostenfreien Kurzberatung beantwortet werden.

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Diagnose einer Demenz

Ob eine Demenz durch die Alzheimer Krankheit oder eine andersartige Hirnkrankheit verursacht ist, lässt sich mit letzter Sicherheit nur aufgrund einer nach dem Tod durchgeführten feingeweblichen Untersuchung des Gehirns entscheiden. Zu Lebzeiten kann eine DAT daher nur mit einer mehr oder weniger großen Wahrscheinlichkeit diagnostiziert werden.

Ablagerungen von Stoffen

Feingeweblich (histologisch) findet man bei DAT sowohl zwischen wie auch innerhalb der Nervenzellen strukturzerstörende Ablagerungen (sog.Senile Plaques und Drusen) bestimmter Eiweiße (Beta-Amyloid, Tau-Protein).

keine ursächliche Behandlung

Da das zerstörte funktionstragende Hirngewebe nicht wieder ersetzt werden kann, sind die therapeutischen Möglichkeiten sehr begrenzt. Bei fortgeschrittener Demenz wird man sich auf allgemein pflegerische Unterstützung und die Schaffung eines den reduzierten geistigen Möglichkeiten des Kranken angemessenen Milieus beschränken müssen. Bei leichterer Demenzausprägung kann die Gabe bestimmter, z.T. aber deutlich nebenwirkungsbehafteter Medikamente (etwa der Acetylcholinesterase-Blocker ) eine vorübergehende Besserung bringen. Zugelassen zur Behandlung bei mittelschwerer bis schwerer Demenz ist der Glutamat-Antagonist Memantine, der jedoch ebenfalls nur vorübergehend eine gewisse Besserung in Aussicht stellt.

mögliche Vorbeugung gegen DAT

Dieser Pessimismus basiert vor allem auf der Tatsache, dass es bis dato keine methodischen Ansatzpunkte für eine wirkliche Frühdiagnose des Zerstörungsprozesses gab/gibt, der (mit erheblicher Latenz) zur Demenz führt. Solange eine Frühdiagnose keine effektive therapeutische Konsequenz nach sich zieht, besteht verständlicherweise -insbesondere von Seiten der Pharma-Industrie- kein Grund, eine solche Frühdiagnose speziell zu fordern.

individuelles Risikoprofil

Neben dem Lebensalter, findet hier vor allem die Gendiagnostik, d. h. die Bestimmung von risikosteigernden und risikosenkenden Genen (Apo-E4; Apo-E2) Berücksichtigung. Hinzu kommen biochemische Maße des Fettstoffwechsels, des Glucosestoffwechsels wie auch eine genaue Ermittlung des Blutdruckverhaltens.

tatsächliche Behandlung von Krankheitsursachen nutzen

In der Alzheimer-Behandlung kann das Ziel nur in einer therapeutischen Beeinflussung des degenerativen Hirnprozesses bestehen und zwar zu einem Zeitpunkt, zu dem die Hirnleistung noch nicht eingeschränkt ist.

Spätdiagnose

Fälschlicher Weise wird die - allseits geforderte -Frühdiagnose einer DAT auch heute noch mit der Frühdiagnose der resultierenden Hirnleistungsstörung gleichgesetzt. Dabei wird außer Acht gelassen, dass ein sehr langsam fortschreitender Zerstörungsprozess sich erst dann in Hirnleistungsstörungen bekundet, wenn ein erheblicher Teil (etwa 90% oder mehr) des funktionstragenden Hirngewebes ausgefallen ist. Der Grund dafür liegt in der enormen Kompensationsfähigkeit ('funktionellen Plastizität') des Hirngewebes.

fortschreitender Hirnfunktionsabbau

Da nur eine Frühdiagnose der einer DAT zugrunde liegenden Hirnkrankheit eine ursächliche Behandlung überhaupt in den Bereich des Möglichen rückt, wenden wir uns an Personen, bei denen aufgrund des Lebensalters ein degenerativer Hirnprozess allenfalls gerade begonnen hat. Die Diagnose eines 'beginnenden' degenerativen Hirnprozesses ist nicht durch eine einmalige Untersuchung zu stellen. Bei unverändert bleibendem Hirnleistungsvermögen erfordert die Diagnose eines fortschreitenden Hirnfunktionsabbaus den Nachweis eines Verschlechterungstrends durch mehrere Untersuchungen in fixen zeitlichen Intervallen.

Ipsative Trend Assessment (ITA)

ITA basiert auf langjährigen klinischen-diagnostischen Erfahrungen des Autors des Lehrbuchs 'Psychiatrische Elektroenzephalographie', G. Fischer, Jena 1994 (Prof. Dr. G. Ulrich). Es handelt sich dabei um ein quantitatives Verfahren zur Veränderungsmessung im Hirnstromkurven-Muster, das u. a. erfolgreich an Demenz-Patienten (Abt. für Gerontopsychiatrie der FU Berlin, Prof. Dr. S. Kanowski) getestet wurde. Die bei DAT-Patienten zu erwartende kontinuierliche Verschlechterung der Hirnfunktion stellte sich in den ITA-Differenzscores bei Ableitungen im vierteljährlichen Abstand verlässlich dar.

Cerebrosterol

Neueren Untersuchungen zufolge kommt es mit dem Einsetzen des Zerfallsprozesses von Hirnzellen zu einem plötzlichen Anstieg des 24 S-Hydroxycholesterins (Cerebrosterol) und zwar in der Rückenmarksflüssigkeit wie auch im peripheren Blut. Bei diagnostizierten DAT-Patienten ist die Konzentration dieser Substanz trotz weiterlaufenden Untergangs von Hirnzellen nicht mehr erhöht. Ein bei Längsschnittbeobachtung festzustellender unvermittelter Anstieg stellt damit einen laborchemischen Hinweis auf einen beginnenden DAT-Prozess dar.

Fett- und Kohlehydrat-Stoffwechsel

Nach aktuellen Studien verdoppelt ein im mittleren Lebensalter beginnender Diabetes mellitus das Risiko, im Alter an einer DAT zu erkranken. Eine Lipoprotein-Erhöhung des 'schlechten' LDL auf Werte über 160 mg/dl stellt einen seit längerem bekannten DAT-Risikofaktor dar.

Blutdruck

Neueren Ergebnissen zufolge stellt ein Bluthochdruck im mittleren Lebensalter einen bedeutsamen Risikofaktor für eine etwa 30 Jahre später zu diagnostizierende Demenz dar.

fortschreitenden hirnphysiologischen Funktionsabbau

Neben dem Nachweis dieses ITA-Trends als Beleg für einen fortschreitenden Hirnfunktionsabbau wird die Sicherheit einer solchen Frühdiagnose durch die Feststellung eines simultanen Anstieg des Cerebrosterols im Blut bzw. in der Rückenmarksflüssigkeit gesteigert.

Erstuntersuchung durch einen gerontopsychiatrisch erfahrenen Arzt

Zu diesem Termin sollten alle ärztlich verordneten Medikamente sowie unser vorab zugesandter Fragebogen ausgefüllt mitgebracht werden. Aufgrund der anamnestischen Daten, einer testpsychologischen Diagnostik, einer orientierenden internistischen Untersuchung sowie aus dem Blut bestimmter Risiko-Kenngrößen wird ein individuelles Risikoprofil erstellt und dem Interessenten baldmöglichst schriftlich übermittelt. Bei Aufnahme in das Vorsorgeprogramm werden Untersuchungstermine im 17-Wochen-Abstand vereinbart. Hierfür ist pro Untersuchung mit einem Zeitaufwand von zwei Stunden zu rechnen (Arztgespräch, ITA-Ableitung, Blutentnahme, Testpsychologie).

Medikamente vom Statin-Typ

Eine neuroprotektive Behandlung mit Statinen wird umso aussichtsreicher sein, je früher sie im Krankheitsprozess eingeleitet wird. Eine ungezielte und ohne sorgfältige ärztliche Risikoabwägung durchgeführte Verabreichung von Statinen an Personen jenseits des 50. Lebensjahrs verbietet sich jedoch aufgrund der nie auszuschließenden Möglichkeit bedrohlicher Nebenwirkungen.

Risikofaktoren wir Bluthochdruck und Diabetes mellitus

Eine neuroprotektive Behandlung mit Statinen wird umso aussichtsreicher sein, je früher sie im Krankheitsprozess eingeleitet wird. Eine ungezielte und ohne sorgfältige ärztliche Risikoabwägung durchgeführte Verabreichung von Statinen an Personen jenseits des 50. Lebensjahrs verbietet sich jedoch aufgrund der nie auszuschließenden Möglichkeit bedrohlicher Nebenwirkungen.

zwischen dem 50. und 60., maximal bis zum 65. Lebensjahr

Aufgrund der epidemiologischen Daten ist davon auszugehen, dass der klinisch stumme Alzheimer-Hirnprozess beim weit überwiegenden Teil der späteren Alzheimer-Demenzen in der 5. Lebensdekade einsetzt. Bei erhöhtem Risiko, wie es durch das von uns erstellte individuelle Risikoprofil exakt bestimmt wird, kann der Beginn einer diagnostischen Frühüberwachung bereits vom 40. Lebensjahr an sinnvoll sein. Eine nach dem 65. Lebensjahr beginnende Frühdiagnostik wäre auf die Verhinderung von Demenzen gerichtet, die sich etwa zwischen dem 90. und 95. Lebensjahr manifestieren würden und könnte somit nur für einen sehr geringen Prozentsatz der Bevölkerung von Nutzen sein.

fachärztliche gerontopsychiatrische Beratung

Die Beratung von Demenz-Patienten und ihrer pflegenden Angehörigen bezieht sich vor allem auf praktische Fragen des alltäglichen Lebens sowie die Herstellung von Kontakten zu Angehörigen-
Selbsthilfegruppen.

Behandlung nach dem neuesten Wissensstand

Die medikamentöse Behandlung von Demenz-Patienten muss aufgrund der oft erheblichen Nebenwirkungen der in Frage kommenden Medikamente unbedingt ärztlich überwacht werden. Zudem kann nur ein mit der Demenzproblematik speziell vertrauter Arzt das Risiko/Nutzen-Verhältnis einer solchen Behandlung abschätzen.